Spaghetti all’Assassina: Die „Mörderpasta“ aus Bari

Spaghetti all’Assassina gehört zu den ungewöhnlichsten und zugleich faszinierendsten Pastagerichten Italiens. Die Spezialität aus Bari wird nicht wie klassische Pasta gekocht und anschließend mit Sauce vermischt. Stattdessen gart sie direkt in einer würzigen Tomatensauce in der Pfanne und entwickelt dabei eine charakteristische, leicht angebrannte Kruste. Genau dieser bewusst herbe, karamellisierte Geschmack macht den Reiz der legendären „Mörderpasta“ aus.

Steckbrief

HerkunftBari, Apulien
EntstandenVermutlich in den 1960er Jahren
Typische PastaSpaghetti
HauptzutatenSpaghetti, Tomaten, Chili, Knoblauch
BesonderheitDie Pasta wird direkt in der Pfanne geröstet
RegionApulien

Eine Spezialität aus Bari

Spaghetti all’Assassina ist ein vergleichsweise junges Gericht. Ihren Ursprung hat sie in Bari, der Hauptstadt Apuliens an der Adriaküste.

Der Überlieferung zufolge entstand das Gericht in den 1960er Jahren in einem Restaurant der Stadt. Dort wurden Spaghetti direkt in einer gusseisernen Pfanne mit Tomatensauce zubereitet. Durch die intensive Hitze begann die Pasta stellenweise anzurösten und entwickelte eine dunkle, knusprige Oberfläche.

Als ein Gast die außergewöhnlich scharfe und kräftige Pasta probierte, soll er ausgerufen haben: „Sei un assassino!“ – „Du bist ein Mörder!“ Daraus entstand der Name Pasta all’Assassina.

Ob die Geschichte stimmt, ist unklar. Sicher ist jedoch, dass sich das Gericht inzwischen zu einer kulinarischen Ikone Baris entwickelt hat.

Was macht Pasta all’Assassina so besonders?

Anders als bei nahezu allen anderen Pastagerichten werden die Spaghetti nicht separat gekocht.

Die Pasta gart direkt in einer würzigen Tomatenbrühe in der Pfanne. Während die Flüssigkeit nach und nach verdampft, entstehen an einzelnen Stellen dunkle, knusprige Röstaromen.

Genau diese leicht angebrannten Bereiche gelten als das Herzstück des Gerichts. Sie sorgen für einen intensiven Geschmack, der an geröstetes Brot, Tomaten und karamellisierte Aromen erinnert.

Hinzu kommt eine deutliche Schärfe durch Chili, die den Charakter der Assassina zusätzlich unterstreicht.

Wusstest du schon?

  • Pasta all’Assassina stammt aus Bari.
  • Die Spaghetti werden direkt in der Pfanne gegart.
  • Die dunklen, knusprigen Stellen sind ausdrücklich erwünscht.
  • In Bari existiert sogar eine Vereinigung zur Pflege der traditionellen Zubereitung.

Die perfekte Pasta dazu

Für die Originalversion werden ausschließlich Spaghetti verwendet.

Sie sind robust genug, um den ungewöhnlichen Garprozess zu überstehen, und entwickeln beim Rösten die typische Konsistenz der Assassina.

Andere Pastaformen kommen praktisch nicht zum Einsatz. Die Verbindung von Spaghetti und Pfanne ist ein wesentlicher Bestandteil der Identität des Gerichts.

Varianten und regionale Unterschiede

Obwohl Spaghetti all’Assassina eng mit Bari verbunden ist, existieren mittlerweile verschiedene Interpretationen.

Manche Köche erhöhen die Schärfe deutlich, andere setzen stärker auf die Röstaromen. Auch bei der Tomatensauce gibt es Unterschiede, etwa bei der Wahl der Tomatensorte oder der Menge an Knoblauch.

Puristen bestehen jedoch auf der klassischen Zubereitung in einer schweren Eisenpfanne und einer kräftigen Tomatenbasis.

Gerade diese Konsequenz macht Pasta all’Assassina zu einem der markantesten Gerichte Süditaliens.

📦 Rezepttipps

🍝 Original Spaghetti all’Assassina aus Bari

🍝 Weitere Variante der Spaghetti all Assassina

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